Der zweite Tag der re:publica war mein produktivster, was das Sketchnoting anging.

Dr. Alexander Gerst erzählt über sein halbes Jahr auf der ISS. Hardcore Space Enthusiasten werden wahrscheinlich verächtlich abwinken, aber ich fand den Vortrag Blue Dot Mission mit seinen zahlreichen Anekdoten und atemberaubenden Bildern unterhaltsam und den Vortragenden sehr sympathisch. Zumindest weiss ich jetzt, dass man im Spektrogramm eines verglühenden Raumtransportern noch Ammoniakspuren der zu entsorgenden Unterwäsche nachweisen kann.

Stephan Somogyi versucht Encryption in den Köpfen der Endanwender zu verankern und erzählt, was Google dafür tut:

  • die SSL-Warnhinweise wurden sprachlich und grafisch auf den Punkt gebracht
  • https wird in den Google Rankings gewichtet
  • ein Chrome-Plugin hilft bei der Mailverschlüsselung

Das Zitat von Bruce Schneier

Trust the math

höre ich nicht zum ersten Mal an der re:publica. Es bringt es auf den Punkt. Die Verfahren sind da, genutzt werden sie in der breiten Masse jedoch noch nicht.

Auf der Bühne Eins wurde uns erzählt, wie sich das Bild von Anonymous gewandelt hat, von der unter Generalverdacht stehenden terroristischen Vereinigung hin zu den Anti-ACTA Freiheitskämpfern, die auch Anhänger im polnischen Parlament finden.
Interessant für mich ist die Umschreibung von Terror als T-Word. Meine Deutung ist, dass das Wort Terror im Sprachgebrauch der Heimatschutzbehörde ähnlich inflationär Verwendung findet wie das F-Word in dem amerikanischer Jugendlicher.

Im Vortrag The IS in us wurden von einem Ex-Fallschirmjäger und einem Bundeswehrkritiker die Propagandavideos des Islamischen Staates analysiert. Ein eigenes Medienhaus, Content Marketing, Recruiting Videos .. die volle Klaviatur multimedialer Inhalte wird eingesetzt.
Haften bei mir bleibt die Erkenntnis, dass gegen die Reiseliteratur vom IS der Lonely Planet einpacken kann:

Reisenden Frauen sollten an einen Still-BH denken, da dieser in Syrien schwer zu beschaffen ist.

und

Gute Schuhe sind ihr Geld wert.